Novinky Hundekleidung für den Winter: wer sie braucht, wer nur posiert
Hundekleidung für den Winter: wer sie braucht, wer nur posiert

Ein Husky im Pullover sieht ungefähr so aus wie ich in der Sauna: tapfere Miene, innerlich zählt er die Minuten. Ein Chihuahua ohne Winterkleidung im Januar dagegen erinnert an einen zitternden Schlüsselanhänger. Ob dein Hund Kleidung für den Winter braucht, hängt also vor allem davon ab, wer drinstecken soll. Schauen wir uns das nach Fell an, nicht nach Instagram.
Welchen Hunden Winterkleidung wirklich hilft
Winterkleidung für Hunde ist sinnvoll, wo die eigene Isolierung fehlt. Typischerweise betrifft das:
- kleine kurzhaarige Rassen wie Chihuahua, Pinscher oder Kurzhaardackel,
- schlanke Hunde mit dünner Haut und wenig Fett, etwa Windhunde und Whippets,
- Nackthunde und frisch geschorene Hunde,
- Welpen, Senioren und Hunde nach einer Krankheit, die Wärme schlechter halten (bei einem kranken Hund frag lieber erst deine Tierärztin oder deinen Tierarzt),
- kurzbeinige Hunde, deren Bauch fast im Schnee schleift.
Hunde mit dichter Unterwolle kommen dagegen gut ohne Mantel aus: Husky, Malamute, Berner Sennenhund, die meisten Schäferhunde und viele Mischlinge mit ordentlichem Pelz. Ihr Fell wärmt von allein, Kleidung drückt es eher platt und liefert Wärme, die sie nicht brauchen.
Woran du merkst, dass deinem Hund kalt ist
Hunde beschweren sich nicht mit Worten, sondern mit dem Körper. Achte auf:
- Zittern, auch im Stehen,
- Anheben der Pfoten, als stünde er auf einer Herdplatte,
- gekrümmte Haltung und eingezogene Rute,
- Langsamerwerden, Stehenbleiben und Ziehen Richtung Zuhause,
- nach der Rückkehr die Suche nach dem wärmsten Platz, am liebsten unter deiner Decke.
Hört das Zittern auch im Warmen nicht auf oder wirkt dein Hund matt, verwirrt oder ungewöhnlich schläfrig (und das sage ich als Profi-Schläfer), ruf die Tierarztpraxis an. Bei Unterkühlung wartet man nicht ab. Noch eine Kleinigkeit: Wisch nach dem Spaziergang das Streusalz von den Pfoten und trockne zwischen den Ballen gut ab.
Hund richtig messen, damit der Hundepullover passt
Nimm ein Maßband, ein Leckerli und am besten eine zweite Person. Der Hund sollte stehen, nicht sitzen.
- Brustumfang: die breiteste Stelle direkt hinter den Vorderbeinen. Das ist das wichtigste Maß.
- Rückenlänge: vom Hals, wo das Halsband sitzt, bis zum Rutenansatz.
- Halsumfang: dort, wo dein Hund das Halsband trägt.
- Vergleiche mit der Tabelle beim jeweiligen Teil. Liegt dein Hund zwischen zwei Größen, nimm die größere.
Beim ersten Anprobieren prüfst du:
- unter den Stoff an der Brust passen zwei Finger,
- die Vorderbeine bewegen sich frei und in den Achseln scheuert nichts,
- nichts drückt auf den Hals, dein Hund atmet und schluckt normal,
- hat das Kleidungsstück einen Bauchteil, sollte er bei Rüden kürzer sein, damit beim Pinkeln nichts nass wird.
Erstarrt dein Hund im neuen Teil zur Statue, zwing ihn nicht. Gewöhn ihn schrittweise daran: ein paar Minuten und ein Leckerli. Kleidung ist für draußen: Zieh sie zu Hause aus, nasse sowieso, und lass deinen Hund darin nie unbeaufsichtigt. Ein überhitzter Hund ist genauso ein Problem wie ein durchgefrorener, man redet nur weniger darüber.
Weihnachtskleidung für Hunde: wann es vor allem Spaß ist
Bei FreshPaw gibt es den Weihnachtspullover mit Rentier für Hunde. Er ist ein grauer Strickpullover aus Acryl mit gesticktem Rentierkopf auf dem Rücken und rotem Saum. Er wird über den Kopf gezogen, hat Öffnungen für die Vorderbeine, sieben Größen von XXS bis XXL, und beim Produkt findest du eine Größentabelle. Einem kurzhaarigen Winzling hilft er beim Winterspaziergang bei trockenem Wetter. Strick ist aber kein Regenmantel: Bei Regen und nassem Schnee saugt er sich voll, dann zieh ihn lieber aus. Für einen Husky ist er reines Kostüm fürs Foto am Weihnachtsbaum. Gern, aber nur ein paar Minuten.
Nach dem Baden im Winter, wenn dein Hund zittert und du das Handtuch suchst, passt der Hundebademantel aus Korallenfleece. Der ist nicht für draußen, sondern zum Abtrocknen: Er wird um den ganzen Körper gewickelt, die Größe wählst du nach der Rückenlänge. Und weil zum Winter auch Silvester gehört, gibt es für Hunde, die Feuerwerk stresst, die Ouška, ein Neopren-Band, das über die Ohren geht und unter dem Kinn geschlossen wird. Es ist zum Dämpfen von Lärm da, nicht zum Wärmen. Ganz abschalten kann es den Lärm nicht, und auch damit gehört dein Hund unter Aufsicht.
Falls dein Hund im Pullover beleidigt guckt, nimm es nicht persönlich. Eine Katze würde genauso gucken, nur wäre der Pullover am nächsten Morgen spurlos verschwunden.